Gemeinsam essen, gemeinsam kochen …

Wenn die „Kochpflicht“ plötzlich zur Leidenschaft wird – Denkanstöße und praktische Tipps, wie Ihre Küche eine ganz neue Bedeutung bekommen kann.

Ein wichtiger Leitsatz für ein gutes Gelingen: „Versuchen Sie die Bedürfnisse Ihrer Familie zu erkennen“ – jede Familie ist individuell, das eine wird mehr gebraucht, das andere weniger.

Gemeinsam kochen, mit allem was dazu gehört 

Lassen Sie ältere Kinder (ab 10 Jahren) einfache Gerichte, Desserts, Aufstriche oder Weckerl alleine zubereiten. Kinder kochen heute anders als wir vor 30 Jahren – vielleicht mit dem Smartphone gemeinsam, verbunden per VideoChat mit der Freundin, aber voller Hingabe und Erfindergeist und ganz viel Stolz.

So wie in vielen anderen Bereichen brauchen Kinder das Vertrauen, es selbst zu schaffen, die Gelegenheit Erfahrungen & Fehler zu machen und Schwierigkeiten zu lösen:

   Was passiert, wenn ich die Weckerl im Backrohr vergesse?
   Was kann ich tun, wenn ich „g“ und „dag“ verwechselt habe?
   Wie kann ich ein Rezept umgestalten, wenn ich eine Zutat grad nicht zuhause habe?
   Wie schön ist es, wenn alle voller Freude mein Gericht voller Begeisterung essen?

Selbstverständlich kann man als Eltern bei Bedarf zur Seite stehen, trotzdem macht es einen Unterschied, ob ein Jugendlicher selbst kocht oder nur mithilft. Ein eigenes Kochbuch mit Fotos und Rezepturen motiviert und ist ein kreativer Zeitvertreib, gerade jetzt wo andere Aktivitäten nicht möglich sind.

Zeigen Sie auch Ihren Jüngsten, was in der Küche passiert, welche Lebensmittel Sie verkochen, sprechen Sie über Obst- und Gemüsesorten, lassen Sie je nach Alter die Kinder mithelfen beim Planen, Kneten, Schneiden, Rühren, Eier aufschlagen, Würzen und Verkosten. Pflücken Sie Frühlingskräuter, wie Löwenzahn, Gänseblümchen zur Deko, Bärlauch oder frische Brennesseln für eine Frühlingskräutersuppe!

Hier der Link zum Saisonkalender von „Die Umweltberatung“ zum „gratis Download“:
Saisonkalender zum Nachlesen

Sprechen Sie über Gefahren in der Küche und zeigen Sie, dass auch das Aufräumen, Abwaschen, Geschirrspüler ein- und ausräumen dazu gehört, gerade jüngere Kinder sind hoch motiviert.

… seien Sie aber auch mal nachsichtig, vor allem mit der Unordnung in der Küche – mein Leitspruch nach einem anstrengenden Tag zu diesem Thema „Die Küche sieht aus wie …, hab das Licht abgedreht, jetzt geht’s!“

Trotzdem muss ich sagen – nichts macht mich glücklicher (zumindest die meiste Zeit), wenn die Küche belebt ist, wenn alle zusammen helfen, wenn ich sehe, dass meine Familie gutes Essen und gesunde Ernährung genauso schätzt wie ich!

In meinen Beratungen nehme ich wahr, dass viele Männer sehr gerne kochen, es ist fantastisch, wenn Vater und Sohn über die richtige Vorgehensweise beim Steak braten diskutieren oder die ganze Familie Wokgerichte oder Eierspeise à la Papa genießt.

Offenheit neuen Gerichten gegenüber hat einen immensen Effekt. Durch Vielfalt und Abwechslung können Kinder schrittweise ihre eigenen Vorlieben entwickeln.

Für Inspiration, was gekocht werden kann, möchte ich das Kochtagebuch meiner Kollegin Mariella Istok empfehlen, Fotos und Rezepte unter folgendem Link:
Kochtagebuch Diätologin Mariella Istok

Kochen hat nichts mit Bildern, wie „Hausfrauentätigkeit“, altmodisch oder „Unterhaltung“ zu tun –

Kochen ist die Kunst aus wertvollen Lebensmitteln, Schätzen der Natur, heimischen Obst und Gemüse genussvolle Momente zu zaubern und einen wichtigen Beitrag für die eigene Gesundheit oder die der ganzen Familie zu leisten – und das war und wird höchstwahrscheinlich unbezahlbar bleiben!

In diesem Sinne wünsche ich viel Freude beim gemeinsamen Kochen!

Ihre Diätologin,
Angelika Achleitner