Ein neues Gefühl von Arbeit, Familie und Alltag hat uns in den letzten Tagen eingeholt. Selbst nehme ich es als einen großen Gewinn wahr, raus aus dem „Hamsterrad“ rein in eine ganz positive Gestaltungsfreiheit.

Wie es gelingen kann diese Freiheit im Hinblick auf die Ernährung zu nutzen, möchte ich Ihnen mit täglichen Denkanstößen und praktischen Tipps zeigen. Versuchen Sie dabei die Bedürfnisse Ihrer Familie in den Vordergrund zu stellen, jede Familie ist individuell, das eine wird mehr gebraucht, das andere weniger.

Rhythmus gibt Sicherheit und gefällt unserem Körper

Viele Familien haben plötzlich die Möglichkeit, den Tag mit den Kindern gut zu planen. Sonst schwer zu organisierende Essenszeiten, gerade bei Kindern unterschiedlichen Alters, verknüpft mit Berufstätigkeit stellen momentan weniger Problem dar. Sogar der Partner ist vielleicht im Homeoffice und kann gut mitgestalten und dabei sein.

Ein echtes Geschenk, es ist möglich gemeinsam zu frühstücken, nicht verschlafen und im morgendlichen Chaos um halb sechs, sondern etwas später, so wie es vielleicht der Körper braucht. Das Mittagessen kann entspannter und vielleicht sogar mit Unterstützung zubereitet werden, alle essen gemeinsam und auch am Abend gelingt es alle um den Familientisch zu versammeln, selbst wenn es in der Umstellungsphase vielleicht ein bisschen Konsequenz erfordert.

Gemeinsame Mahlzeiten werden „emotional gekoppelt„, soll heißen, je positiver diese Mahlzeiten ausfallen, je schöner die Erinnerung an Gemeinsamkeit, Familienglück verbunden mit gutem Essen ist, umso wertvoller sind diese „Anker“ später für die Kinder, wenn sie selbst Struktur und Wertschätzung in ihre Familien bringen müssen.

Ein Blick zurück in die eigene Kindheit – die ersten Erinnerungen, die Ihnen sofort bei den Begriffen Familie und Essen kommen, sind die sehr stark emotional gekoppelten – fast immer verbunden, mit Gefühl (positiv oder negativ), Geschmack, Geruch – bleibt die Frage – welche Erinnerungen möchte ich für meine Kinder ankern?

Regelmäßige, gemeinsame Essenszeiten geben dem Tag eine Struktur, unterstützen unsere Verdauung, fördern Konzentration & Leistung und beugen unkontrolliertem Essverhalten sowie Heißhungerattacken vor. Selbst das ungünstige „Snacken“ während des Tages verliert sich, der Hunger kommt bald pünktlich zu den Essenszeiten, denn unser Körper liebt Rhythmus.

Nutzen Sie diese wertvollen Essenszeiten – üben Sie täglich, so gelingt es diese als fixes Ritual zu festigen und für längere Zeit zu halten. Falls Sie trotz der aktuellen Situation berufstätig sind und Sie diesen Zeitgewinn nicht wahrnehmen können, dann gelingt es vielleicht bei einzelnen Mahlzeiten oder an freien Tagen. Sind Sie bereits „fortgeschritten“ in diesem Bereich, dann beobachten Sie, genießen Sie und seien Sie stolz – gemeinsam Essen ist ein wunderschönes Familienritual, das Sicherheit und Kraft bis ins hohe Alter gibt!

Im Zeichen der Gesundheit

Ihre Diätologin,
Angelika Achleitner